Besser schlafen im Krankenhaus

Die DNN sammeln jedes Jahr Spenden mit ihrer Aktion „Dresdner helfen Dresdnern“, die Kinderhilfe bekommt einen Teil des Geldsegens und teilt ihn mit der Neustädter Kinderklinik. So können jetzt Patienten von 0 bis 18 Jahren im Kinderschlaflabor in Dresden-Trachau noch genauer untersucht werden.

Der 18. März 2014 ist ein besonderer Tag in der Kinderklinik des Städtisches Klinikums Dresden-Neustadt. Nachdem der Probebetrieb erfolgreich gelaufen ist, die ersten kleinen Patienten hier eine Nacht verbracht haben, wird die neue Technik im Kinderschlaflabor offiziell eingeweiht. Gesichter strahlen, Ärzte und Pflegepersonal sind begeistert davon, was jetzt alles besser funktioniert.

„Ein ganz neues Behandlungsspektrum ist uns mit dem neuen Schlaflaborsystem gegeben. Damit haben wir beispielsweise die Möglichkeit, Hirnströme bei Kindern mit Epilepsie vorzunehmen und Hirnaktivitäten in differenzierteren EEG zu erfassen.“ Dr. Georg Heubner, Chefarzt der Neustädter Kinderklinik, begrüßt mit sichtlicher Freude Vertreter der Spender, Hersteller und Techniker, die alle dazu beigetragen haben, dass die Arbeit mit den kleinen schlafenden Patienten jetzt viel aussagekräftigere Ergebnisse bringen kann.

„Die Anschaffung des neuen Systems verdanken wir im Wesentlichen der Dresdner Kinderhilfe sowie den Dresdner Neuesten Nachrichten – das hätten wir mit unseren Mitteln nicht geschafft“, fügt er hinzu. Seine Abteilung im Neustädter Krankenhaus steht nicht so sehr im Fokus von Spendern wie vielleicht eine Kinderkrebsstation. Dennoch kam es zu einem erfreulichen Kontakt zur Dresdner Kinderhilfe.

Jürgen Flückschuh, Finanzvorstand der Dresdner Kinderhilfe, teilt die Freude und erinnert daran, dass bereits die ersten Projekte seines Vereins nicht nur für Patienten des Uniklinikums Dresden entwickelt wurden: „Der Babynotarztwagen 2005 und das Elternhaus, seit 2010 im stiftungseigenen Gebäude in der Schubertstraße, stehen für Familien mit chronisch kranken Kindern in ganz Dresden und in Sachsen zur Verfügung.“ So sei es nur folgerichtig zu schauen, wo Experten sind, die chronisch kranken Kindern helfen können, und ihnen, wenn möglich, zur notwendigen Ausstattung zu verhelfen.

Aus der Schlafqualität, die mithilfe moderner technischer Geräte messbar ist, können Rückschlüsse auf gesundheitliche Probleme von Patienten gezogen werden. Bei der Untersuchung werden zahlreiche Elektroden am Kopf des Probanden angebracht und entsprechende Werte abgeleitet, die nächtlichen Bewegungen über Kameras aufgezeichnet und alle gesammelten Werte anschließend ausgewertet. Dazu sind hochsensible Geräte und viel Speicherplatz zur Dokumentation notwendig. Seit dem Umzug nach der Flut 2002 aus den Kellerräumen in eine helle Etage der Kinderklinik bekam das Kinderschlaflabor sehr schöne Untersuchungsräume und neue Geräte. Diese war nach nun 12 Jahren Betrieb nicht mehr ganz auf dem heutigen Stand. Das ist nun gründlich geändert, und wieder einmal kam die Firma Saegeling Medizintechnik aus Heidenau mit der Bereitstellung der Geräte und den technischen Umbauten als bewährter Partner der Dresdner Kinderhilfe ins Spiel. Dr. Stephan Eichholz bedankt sich bei den Medizinprodukteberatern Arnd Lange und Kai Wildeck herzlich für die wunderbare Zusammenarbeit. „Der Umbau der Technik erfolgte innerhalb einer Woche und ohne die nächtlichen Polysomnographien der Kinder im Schlaflabor zu beeinträchtigen.“

In der Kinderheilkunde treten immer häufiger Erscheinungen auf, die auf Schlafdefizite hindeuten. „Das ist weniger die Tagesmüdigkeit als eher Hyperaktivität oder Restless-Legs-Syndrom oder Epilepsie. Gerade epileptischen Ereignissen kommt man im Nachtschlaf sehr gut auf die Spur“, erklärt Dr. Eichholz. „Mit den beiden neuen Arbeitsplätzen können wir wesentlich mehr Parameter ableiten und so einer hilfreichen Therapie schneller näherkommen.“ Jürgen Flückschuh wünschte dem Team des Schlaflabors beste Erfolge bei ihrer wichtigen Arbeit zum Wohl der Kinder.