Auf den Kopf gefallen – und dann?

Kinderchirurg  Oberarzt Dr. Kay Großer an der Universitäts- Kinderklinik betreut die SHT-Beratungsstelle für Kinder im Sozialpädiatrischen Zentrum Dresden .

Kinderchirurg
Oberarzt Dr. Kay Großer
an der Universitäts-
Kinderklinik betreut die SHT-Beratungsstelle für Kinder im Sozialpädiatrischen Zentrum Dresden .

SHT – die Abkürzung steht für Schädel- Hirn-Trauma und eine Reihe von Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel, schnelle Ermüdung und Veränderung von Konzentration und Kurzzeitgedächtnis. Die Funktion des Gehirns ist nach Einwirkung äußerer Gewalt gestört, und noch lange Zeit nach dem Unfall können Kopfschmerzen, Probleme beim Sprechen, Radfahren oder Laufen auftreten. Jedes Jahr werden in Dresden zirka 1.400 Kinder und Jugendliche wegen eines Schädel-Hirn- Traumas stationär behandelt, mehr als die Hälfte davon im Uniklinikum. Aber auch in den Krankenhäusern Neustadt, Friedrichstadt und dem Josephstift und Diakonissenhaus werden junge Patienten in einer Akutbehandlung versorgt. Allein 75 Prozent kommen in die Kinderchirurgie der TU Dresden.

Kinder bedürfen nach Kopfverletzungen nicht selten einer spezifischen neuropsychologischen Testung, da Eltern mögliche Defizite ihrer Kinder nicht objektiv beurteilen können. Vor allem Eltern von kleinen Kindern stünden allein mit der Sorge um etwa auftretende Spätfolgen – gäbe es nicht, dank einer Initiative Dresdner Ärzte, die SHT-Beratungsstelle im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) Dresden. Ohne Überweisungsschein und kostenlos können die besorgten Eltern dort Rat und Hilfe finden.

„Beim kleinen Kind sind einige Besonderheiten in Bezug auf ein SHT zu beachten“, erklärt Dr. Kay Großer. Gemeint sind noch offene Fontanellen, die weichen Schädelknochen oder gefährliche Blutergüsse und Hirnödeme. „Bei größeren Kindern sind vor allem die Verkehrsunfälle im sechsten bis siebenten Lebensjahr bedeutsam“, ergänzt der erfahrene Kinderchirurg. „Schwere Verletzungen im Straßenverkehr führen trotz der verbesserten Rettungskette immer noch zu einer Sterblichkeit dieser polytraumatisierten Kinder von 15 bis 20 Prozent.“ Zum Glück überwiegen die Fälle mit einer leichten Gehirnerschütterung. Mit einer stationären Überwachung über mindestens 48 Stunden können Komplikationen des Schädel-Hirn-Traumas erkannt und wenn nötig operativ behandelt werden.

Dr. Kay Großer zum Engagement der beteiligten Dresdner Chirurgen: „Um die Situation der betroffenen Kinder und Familien nach der Entlassung aus der stationären Überwachung zu verfolgen, haben wir uns im Jahr 2002 einem 4-Städte-Modell-Projekt auf Initiative der Kinderneurologiehilfe Münster e.V. angeschlossen und die SHT-Beratungsstelle am Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) DresdenNeustadt etabliert. Mit Hilfe unserer Förderer wurde eine Teilzeitstelle für eine Diplom- Sozialpädagogin geschaffen und die Arbeit von Medizinstudenten im Rahmen von zwei Dissertationen integriert. In diesem Zusammenhang gilt unser herzlicher Dank der Dresdner Kinderhilfe e.V., dem Förderverein Carl Gustav Carus Dresden, dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, der ZNS Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems Bonn und dem Rotary Club Radeberg.“

www.kinder-nach-kopfverletzungen.de