Zuckerkrankheit bei Kindern

Auch Kinder mit Diabetes müssen sich mindestens vier- bis achtmal täglich für die Blutzuckermessung stechen und Insulin spritzen. Die Dosis muss dabei genau auf Essen und Bewegung abgestimmt sein. Auch die moderne Insulinpumpe nimmt den Kindern diese Mühe nicht ab, wie oft gedacht wird.

Ursache dieses Diabetes mellitus Typ 1 ist eine schmerzfreie Zerstörung der Insulinzellen der Bauchspeicheldrüse durch eine Fehlregulation des Immunsystems. Dabei werden fast alle dieser lebenswichtigen Zellen durch Autoantikörper zerstört und es kommt zu einer akuten Dekompensation des Stoffwechsels. Warum weltweit immer mehr und immer jüngere Kinder davon betroffen sind, wissen die Ärzte derzeit ebenso wenig wie man die Ursache dieses Selbstzerstörungsprozesses kennt. Mit dem Stoffwechselzusammenbruch geht für die Eltern ihr Alltagskonzept verloren. Viele Sorgen können diabeteserfahrene Ärzte schon im Erstgespräch nehmen. Dafür muss jedoch die absolute Einhaltung mehrfacher täglicher Blutzuckermessungen und Insulinspritzen sowie dem genauen Schätzen der Kohlehydratwirkungen jeder Mahlzeit akzeptiert werden. Die Eltern und Kinder lernen in etwa 10 Tagen in einem sehr anstrengenden Programm die Grundlagen dafür, den Alltag mit einem diabetischen Kind zu bestehen.

Oft ist nicht das Stechen für Blutzuckermessung oder Insulin das wirkliche Problem. Schwieriger ist es, permanent alle Einflüsse, die den Blutzucker verändern, abzuschätzen und entsprechend zu reagieren: Aufregung, Bewegung, Mahlzeitenzusammensetzungen und die Veränderungen im kindlichen Körper machen den Stoffwechsel viel labiler als bei einem Erwachsenen. Das belastet 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr.

Kleinkinder erhalten wegen ihrer extremen Stoffwechselschwankungen und Insulinempfindlichkeit in Zentren wie der Unikinderklinik Dresden sofort mit Erkrankungsbeginn eine Insulinpumpe. Diese kann weder Blutzucker messen noch ungefragt Insulin abgeben. Über eine Nadel im Körper des Kindes kann aus dem „kleinen Kasten“ jedoch kontinuierlich eine Grundversorgung mit kleinsten Insulindosen programmiert werden. Für Blutzuckerkorrekturen oder Mahlzeiten berechnen Eltern oder ältere Kinder die notwendige Insulindosis und geben sie über Tastendruck ab. Damit wird das Leben mit dem Diabetes für den diabeteskundigen Patienten viel flexibler – sofern er alle Einflüsse bedacht hat. Bis etwa zum 10. Geburtstag sind die Kinder jedoch darauf angewiesen, dass ihnen bei der Berechnung und Insulingabe geholfen wird, egal ob Insulin- pen oder Pumpentherapie. Das stellt die Familien vor große Probleme. Umso anerkennenswerter ist die Leistung der Eltern, die sich notgedrungen vom Laien oft zum wahren Diabetesexperten entwickeln. Um die Kinder kompetenter im Umgang mit ihrem Handicap zu machen, bietet der kleine ehrenamtliche Verein „Zuckerstachel e.V.“ jährlich für 40 Kinder ein Diabetesschulungsferienlager an, das dringend finanzieller Unterstützung bedarf.

Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Homepage www.zuckerstachel.de