Wer kümmert sich um das gesunde Geschwisterkind?

Neue Überlegungen im Elternhaus

Karin Engelmann verbringt als ehrenamtliche Helferin viel Zeit im Teddy-Elternhaus. Gern hängt sie zusätzliche Stunden an, damit gesunde Geschwisterkinder nicht auf Zuwendung verzichten müssen.

Was tun, wenn zwei Kinder zu eilig auf die Welt wollen? Mehrlingsgeburten vor der Zeit sind keine Seltenheit. Doch mitunter ist nur eines der Kinder so betreuungsbedürftig, dass es in der Kinderklinik bleiben muss. Dann möchte die Mutter sich sowohl ihrem kranken als auch dem gesunden Kind zuwenden können. Dieses Anliegen unterstützen ehrenamtliche Helferinnen im Elternhaus. Zum Beispiel: Karin Engelmann, früher Rehabilitations- Sachbearbeiterin, jetzt im Ruhestand. Eine sinnvolle Tätigkeit hat sie gesucht und im Elternhaus der Dresdner Kinderhilfe gefunden. „Eltern kranker Kinder brauchen manchmal jemanden zum Reden. Dafür haben wir unsere Dienstag-Abend-Stunden eingerichtet“, erzählt sie. „Dann haben wir Zeit für alle Fragen. Wir finden schnell heraus, wie wir den Eltern zur Seite stehen können, damit sie so viel Zeit wie möglich für ihre Kinder haben. Und wir sprechen auch über Schönes – nicht nur über Probleme“, freut sich die Frau, die auch als „Grüne Dame“ Erfahrung hat. „Mit dem gesunden Kind einen Spaziergang zu machen ist ebenso wichtig, wie daskranke Kind in der Klinik zu besuchen“, weiß sie. Prof. Manfred Gahr, Chef der Kinderklinik, sieht einen weiteren Aspekt: „Wenn sich unsere Helferinnen die Betreuung des gesunden Kindes teilen, ist gleichzeitig ein „normaler Zustand“ gegeben, ähnlich wie zu Hause: Das Kind hat dann Kontakt zu mehreren Menschen – wie in einer Familie. Es ist nicht nur auf die Mutter fixiert. „Deshalb haben wir überlegt, wie wir uns auch dieser Kinder annehmen können, die gegenüber dem kranken Kind mit ihren Wünschen und Problemen oft ungewollt ins Hintertreffen geraten.“

Inzwischen ist dafür gesorgt, dass die Klinikschule bei notwendiger Betreuung von Schulkindern zur Verfügung steht. Ein Kindergarten hat sich bereit erklärt, im Bedarfsfall Geschwisterkinder aufzunehmen.

Da nicht alle Eltern den zusätzlichen Kindergarten- Aufenthalt bezahlen können, gibt es den Fonds „Geschwisterkinder-Betreuung“ für zweckgebundene Spenden. Wir bedanken uns im Namen der Kinder und Eltern recht herzlich.

Christine Ruby

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